Holzbalkendecken

Oft ist die Klage zu vernehmen, daß Bewohner von Altbauten mit der Schalldämmung ihrer Holzbalkendecke unzufrieden sind. Man höre ja jedes Wort, jedes Laufen, auch das einer Katze. Dies führt zu Mietkürzungen und nicht selten endet der nicht ausbleibende Rechtsstreit vor dem Zivilgericht.
Was aber ist überhaupt von einer alten Holzbalkendecke hinsichtlich ihrer schalltechnischen Eigenschaften zu erwarten und worauf hat der Mieter eine Anspruch?


Aus vorliegenden umfangreichen Meßergebnissen zur Kennzeichnung der Luft- und Trittschalldämmung alter Holzbalkendecken (Balkenquerschnitt ca. 180 x 240 mm, Balkenabstand ca. 900 mm, Schüttung mit ca. 100 bis 150 kg/m²) können folgende Mittelwerte angegeben werden:

Luftschalldämmung
- bewertetes Bau-Schalldämm-Maß:  w,R = 50 bis 53 dB

Trittschalldämmung
- bewerteter Norm-Trittschallpegel:  n,w = 61 bis 64 dB

Auf die Einhaltung vorgenannter mittlerer Kennwerte für die Luft- und Trittschalldämmung kann zivilrechtlich ein Anspruch geltend gemacht werden.

Im Ergebnis einer meßtechnischen Bestandsaufnahme können bei ungenügender Schalldämmung i.a. geeignete Maßnahmen festgelegt werden, die insbesondere zu einer ausreichenden Verminderung der Trittschallübertragung führen; dabei wird natürlich auch die Luftschalldämmung verbessert.

Für den Dachgeschoßausbau lassen sich bereits im Vorfeld der Planung die erforderlichen Fußbodenaufbauten zur Einhaltung der Mindestanforderungen bestimmen.


Die öffentlich rechtlichen Mindestanforderungen für die Luft- und Trittschalldämmung von Geschoßdecken in Wohnneubauten nach DIN 4109 lauten:

- bewertetes Bau-Schalldämm-Maß:   erf. w = 54 dB (mindestens)

- bewerteter Norm-Trittschallpegel:   erf. n,w = 53 dB (höchstens)

Diese Anforderungen sind für Holzbalkendecken in Altbauten zivilrechtlich nicht einklagbar - ausgenommen ist der Fall einer vollständigen Sanierung.