Schalldämmung

Wenn von "Schalldämmung" geredet wird, ist in Anlehnung an die bislang gültigen Regelwerke meistens die Schalldämmung eines Bauteils (z.B. Decke, Wand, Fenster) oder einer Baukonstruktion (z.B. Fußbodenaufbauten, Fassade, Dach) gemeint. Dabei wird prinzipiell zwischen der Luft- und Trittschalldämmung unterschieden. Zur physikalischen und zugleich meßbaren Kennzeichnung dieser schalltechnischen Eigenschaften von Bauteilen sind folgende Kenngrößen festgelegt:

Luftschalldämmung: bewertetes Bau-Schalldämm-Maß w

Trittschalldämmung: bewerteter Norm-Trittschallpegel n,w

Der hochgesetzte Strich bei beiden Kenngrößen bedeutet 'im eingebauten Zustand', d.h. im Gebäude. Ist kein Strich vorhanden, bezieht sich die Kenngröße auf einen Meßwert unter definierten Prüfstandsbedingungen (hier werden sogenannte Nebenwegübertragungen, z.B. über flankierende Bauteile ausgeschlossen). Das 'w' im Index weist auf eine Bewertung hin ('weighted'), die die Berücksichtigung einer Bezugskurve und die Ermittlung einer Einzahlangabe beinhaltet. Beide Größen sind frequenzabhängig.

Folgender Unterschied ist zu beachten: Je größer das Bau-Schalldämm-Maß desto besser die Luftschalldämmung; je kleiner der Norm-Trittschallpegel desto geringer ist die Trittschallübertragung.


Die öffentlich rechtlichen Mindestanforderungen für die Luft- und Trittschalldämmung von Geschoßdecken in Wohnneubauten nach DIN 4109 "Schallschutz in Hochbau" (Ausgabe 11/1989) lauten:

- erforderliches bewertetes Bau-Schalldämm-Maß: erf. w = 54 dB (mindestens)

- erforderlicher bewerteter Norm-Trittschallpegel: erf. n,w = 53 dB (höchstens)

Für die Luftschalldämmung von Wohnungstrennwänden gilt:

- erforderliches bewertetes Bau-Schalldämm-Maß: erf. w = 53 dB (mindestens)

Mit den vorgenannten Mindestanforderungen ist lediglich sichergestellt, daß Menschen vor 'unzumutbaren Belästigungen' durch Schallübertragungen geschützt werden. Es kann nicht erwartet werden, daß Verkehrslärm oder Geräusche aus benachbarten Wohnungen nicht mehr wahrgenommen werden.